Symphoniker: SPD – „Rathäuser müssen sich jetzt bewegen“

Dorothee Daus, SPD

Solingen/ „Dass bei den Remscheider Sparbeschlüssen zumindest die Kündigung des Orchestervertrags vom Tisch ist, bedeutet sicherlich einen Fortschritt“, sagt Dorothee Daun, kulturpolitische Sprecherin der Solinger SPD-Fraktion, in einer ersten Bewertung.

„Wir haben jetzt etwas Luft, gemeinsam nach Möglichkeiten von Einsparungen zu suchen.“ Deutlich abweichend von den bisherigen Forderungen will Remscheid nun seinen Haushalt bei den Symphonikern jährlich um 500.000 Euro entlasten. Ein neu gegründeter kleiner Arbeitskreis aus Spitzenvertretern beider Verwaltungen sitzt bereits an der Aufgabe, Vorschläge zu machen.

„Natürlich ist es sehr zu begrüßen, dass nun endlich direkt miteinander gesprochen wird“, sagt Dorothee Daun. „Aber das ist eigentlich Chefsache – und nicht Sache derer, die von Änderungen im Kulturbereich auch selbst betroffen wären. Wir werden diese Gespräche daher intensiv politisch begleiten müssen.“ Denn insbesondere in beiden Rathäusern sieht die SPD-Fraktion Hindernisse auf dem Weg zu einer dauerhaften Rettung des Orchesters: „Man muss den Eindruck gewinnen, dass es sich in Solingen einige zu einfach machen und sich an der juristischen Position festklammern: Remscheid kann am Vertrags nichts ändern – und damit basta.“ Daun: „Das bringt aber ebenso wenig eine dauerhafte Lösung für das gesamte Kulturangebot wie die Haltung im Remscheider Kulturdezernat.“

Spar-Chancen dürften nicht daran scheitern, dass sie die Befugnisse des Dezernenten als Theater-Intendant schmälern. „Dabei könnte in einer gemeinsamen Organisation des Kulturangebots in beiden Städten in jeder Hinsicht hohes Potential stecken.“ Dies habe sich auch in den intensiven SPD- Gesprächen mit dem Orchester gezeigt.

„Neben den dankenswerten Spar-Angeboten sind die Symphoniker nämlich auch grundsätzlich bereit, organisatorisch ganz neue Wege zu gehen. Die SPD denkt dabei an eine verstärkte Selbständigkeit und Eigenverantwortung, zum Beispiel bei Marketing und Veranstaltungsorganisation“, sagt Dorothee Daun. „Es könnten aber auch ganz neue Dienstleistungen für die Organisation des generellen Kulturangebots sein.“ Für Solingen sei dabei klar, dass die dauerhaft wirksamen Effekte für beide Städte gelten müssten – und nicht nur für den Remscheider Etat.

Erstellt von am 03 07 2012. Publiziert unter Politik. Sie können alle Kommentare verfolgen via RSS 2.0. Die Kommentar- und Pingfunktion ist deaktiviert

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