Solingen: Polizei-Schlamperei kann teuer werden
Solingen/ Stellen Sie sich einmal vor, sie haben einen Unfall. Völlig unverschuldet natürlich. Ein Senior tritt einfach blindlings auf die Straße, Bums, da liegt er nun. Etwas später kommt es dann zum Prozess. Gesehen hatte natürlich niemand etwas und alle Beweise, die sie entlasten könnten, wurden durch Schlamperei am Unfallort beseitigt. Sie werden wegen fahrlässiger Tötung verurteilt und nur mit Glück bekommen sie eine Bewährungsstrafe.
So, oder so ähnlich könnte es bald einer 46-jährigen Solingerin ergehen. Am Mittwoch war am Schwimmbad Birkerhalle ein 80-jähriger Mann auf die Fahrbahn getreten und wurde vom Opel Corsa einer 46-jährigen Solingerin erfasst und zu Boden geschleudert. Relativ lange musste der schwerverletzte Mann vor Ort behandelt werden. Die sonst üblichen Kreide-Markierungen auf der Fahrbahn fehlten, wie uns ein aufmerksamer Solinger berichtete. Die blutigen Überreste wurden dann auch noch durch die Feuerwehr mit einem Schlauch von der Fahrbahn gespritzt. Die Fahrbahn war danach zwar sauber, aber die Beweise waren mit dem Blut ebenfalls verschwunden.
Dann, am nächsten Tag, die Kehrtwende. Die Straße wird erneut gesperrt und mit dem neuen Monobildverfahren fotografiert. Nun wird auch die Straße mit Kreide markiert. Nur, was will man, 24 Stunden nach dem Unfall, eigentlich markieren?
Wir fragten nach und erhielten eine erstaunliche Antwort. Es sei durchaus üblich, solche Unfälle erst am nächsten Tag aufzunehmen. Man habe ja schließlich Bilder des Unfallgeschehens gemacht. Und nach denen wurden dann, scheinbar aus dem Gedächtnis, die Kreidelinien gezogen. Alleine die Tatsache, dass es noch nicht einmal eine Pressemeldung zu dem schweren Unfall gab, lässt uns hellhörig werden.











